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Informationen für gehörlose Menschen

Essen / Hungern

Essen / Hungern

Essen / Hungern

Zu den Ess-Störungen gehören die "Ess-Sucht", die "Ess-Brechsucht" und die "Magersucht".

Zu dick – zu dünn – oder doch gerade richtig?
Ist es für dich sehr wichtig, wie viel du wiegst?
Hast du oft Angst, dass du zugenommen hast?

In der Werbung und im Fernsehen sind nur ganz dünne und sportliche Menschen schön, beliebt und erfolgreich.

Viele Menschen sind unter anderem auch deshalb mit ihrem Körper unzufrieden. Sie versuchen, nicht zu essen oder nicht dick zu werden. Sie machen Diäten. Trotzdem nehmen sie immer wieder zu.

Ess-Störungen sind eine Überlebensstrategie.

Wenn du zu viel isst oder nichts isst, kannst du dich für eine kurze Zeit erleichtert, sicher oder stark fühlen. Weil dieses Gefühl nur kurz anhält, möchtest du es wiederholen. Diese Wiederholungen sind dann ein Zwang. Du musst es immer wieder machen, weil du das gute Gefühl wieder haben möchtest.

„MAGERSUCHT" (Anorexie)

Magersüchtige wollen sich und anderen beweisen, dass sie stark und unabhängig sind. Sie werden verschlossener und ziehen sich in sich selbst zurück.

Sie beschäftigen sich mit dem Essen und dem Nichtessen, mit Hungern und Kalorien zählen. Sie wollen unbedingt abnehmen.

Magersüchtige Menschen verstehen lange nicht, dass sie krank sind. Sie wollen nicht über Therapiemöglichkeiten sprechen.

Wie kann ich erkennen, dass ich magersüchtig bin?

  • Du nimmst in kurzer Zeit stark ab.
  • Du denkst immer an (Nicht-)Essen, an Kalorien und an deine Figur.
  • Du fühlst dich zu dick, bist aber schon sehr dünn.
  • Du bist sehr aktiv und möchtest alles perfekt machen.
  • Es ist für dich schwer zu verstehen, dass dieses Verhalten schlecht für dich ist.

„ESS-BRECHSUCHT“ (Bulimie)

Frauen und Männer mit Ess-Brechsucht fallen nicht auf. Sie können schlank, normalgewichtig oder sogar übergewichtig sein. Deshalb fällt das von außen nicht auf.

Sehr oft essen sie nicht, wenn andere Menschen dabei sind, nur wenn sie alleine sind. Deshalb ist Bulimie eine heimliche Krankheit, Betroffene wollen sie verstecken.

Wenn Betroffene alleine sind, essen sie oft sehr viel, dann erbrechen sie das Essen wieder. Oft machen sie viel Sport oder nehmen Abführmittel, weil sie nicht dick werden wollen.

Sie mögen sich selbst nicht. Sie wissen, dass mit ihnen „etwas nicht stimmt“. Mit der Zeit kann dieses Verhalten zu Depressionen und Vereinsamung führen.

Die Betroffenen leben viele Jahre so. Sie trauen sich nicht in Beratungsstellen zu gehen, weil es ihnen unangenehm ist, über diese Probleme zu sprechen. Oft wissen sie gar nicht, dass es Beratungsstellen gibt oder wo sie sind.

„ESS-SUCHT“ (Binge eating)

Die Ess-Sucht wird auch "Binge eating" genannt.

Nicht alle Menschen mit zu viel Gewicht sind esssüchtig. Betroffene essen oft sehr schnell und sehr viel, bis sie sich ganz voll fühlen. Sie wissen oft nicht, wann sie hungrig sind und wann sie satt sind.

Menschen mit Ess-Sucht schämen sich beim Essen. Sie essen nicht, wenn andere dabei sind. Nach dem Essen haben sie Schuldgefühle.

Die zusätzliche "(Fett)-Hülle" ist aber nicht nur lästig. Das Fett kann auch ein Schutzschild sein. Es kann ein Schutzschild vor Verletzungen und Beleidigungen von anderen Menschen sein.

Hol dir Hilfe und Unterstützung bei Fachleuten, wie zum Beispiel bei TherapeutInnen, PsychologInnen oder ÄrztInnen.

Wenn du in einer Psychotherapie lernen kannst, selbstbewusster zu sein, dann ist es auch möglich, dein Essverhalten zu verändern.


Links zu Projektpartnern Institut für Suchtprävention equalizent - Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management Stadt Wien Impressum
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